Anregungen aus dem Konzept des Löwenzahn e.V.

Aus Schöner Wohnen

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Dies sind einige [kommentierte] Auszüge aus der Projektskizze des Löwenzahn e.V.

Inhaltsübersicht

Erwartungen an das Projekt

ökologischer Anspruch des Wohnprojekts

Leider ist Umweltverschmutzung in unserer Gesellschaft zur Normalität geworden und es ist schwierig, in Bereichen wie Verkehr, Müll und Nahrung umweltbewußt zu leben. Häuser und Mietwohnungen sind in der Regel nicht nach ökologischen Kriterien gestaltet. Ökologisches Bauen ist möglich, doch scheinbar zunächst nicht rentabel, so daß ökologisch bewusste Menschen selten ein geeignetes Wohnumfeld finden.

Es fehlt in Magdeburg ein Ort, wo junge Menschen unter Gleichgesinnten versuchen können, ihr Leben nach ökologischen Gesichtspunkten auszurichten, wo gemeinsam Ideen entwickelt werden können, wie ein anderes Leben möglich ist und Alternativen zum Mainstream geschaffen werden. Auch fehlt es an einer Möglichkeit, wo z.B. der Anbau ökologisch produzierter, gesunder Lebensmittel verwirklicht werden kann.

Der Wohnbereich "Stadt" ist im Grunde eine lebensfeindliche Umgebung, die nicht aus sich selbst heraus existieren kann. Ohne das Prinzip der industriellen Arbeitsteilung und Beschaffung der benötigten Ressourcen aus anderen Gebieten könnte die Stadt nicht bestehen. Auf diese Weise und nach dem Grundsatz gewinnorientierter Wirtschaftlichkeit wird eine Entfaltung von natürlichen und ökologischen Lebensideen in der Stadt von vornherein schon begrenzt.

[...]

Das Löwenzahn-Projekthaus soll mit umweltverträglichen Baumaterialien saniert werden. Bereits bei der Dämmung, der Herkunft des Holzes und der Art der verwendeten Kunststoffe soll auf ökologische Kriterien geachtet werden. Die übliche Glaswolle ist ökologisch und gesundheitlich bedenklich. Es gibt verschiedene Alternativen, wie z.B. Schurwolle [nicht vegan] oder die Dämmung mit nach einem speziellen Verfahren aufbereitetem Altpapier.

Manchmal werden beim Hausbau billige Hölzer aus Raubbau eingesetzt. Eine Garantie für die Berücksichtigung der Umwelt in der Forstwirtschaft ist die Verwendung gekennzeichneten Holzes. Hier gibt es beispielsweise das FSC- oder Naturland-Ökowald- Label.

Gern wird im konventionellen Bau PVC zur Anwendung gebracht. Es ist billig und elastisch. Jedoch birgt seine Herstellung ökologische und gesundheitliche Gefahren und im Falle von Bränden werden hochgiftige Dämpfe freigesetzt. Auch im Bereich der Kunststoffe gibt es etliche unproblematischere Rohstoffe.

Und schon bei der Planung gilt es einiges zu beachten: eine gute Dämmung ist wichtig, eine gute Lüftung aber auch! Viele Häuser werden heute schon sehr gut Wärmeisoliert. Aber wenn an der Entlüftungsanlage gespart wird, setzen schnell Schimmel an und schädigen die Bausubstanz und die Gesundheit.

Regenwasser wollen wir für Waschmaschinen und Toilettenspülungen verwenden, dazu wird eine Regenwasser-Brauchanlage eingebaut, die natürlich mit vielfältigen Filtern versehen ist. Unser Warmwasser soll zum größten Teil in Solarkollektoren erwärmt werden. Nur bei besonders ungünstigen Wetterbedingungen muss ein zusätzlicher Brennwertkessel aktiv werden. Denkbar ist auch der Einsatz von Wärmepumpen zur Beheizung. Und ein Teil des verbrauchten Stroms soll von Photovoltaik-Anlagen aus der Energie der Sonne und durch kleine Windräder auf dem Dach erzeugt werden.

Viele andere umweltbewusste Verhaltensweisen können gemeinsam im Alltag praktiziert werden (ganz unabhängig vom Haus), beispielsweise der Verzicht aufs Auto, so oft es geht. Der Strom, den wir nicht selbst erzeugen können, kann von einem Ökostrom- Hersteller kommen. Schon beim Einkauf wird darauf geachtet, keinen unnötigen Müll zu produzieren. Wir wollen bevorzugt ökologische Produkte kaufen und Materialien wiederverwenden, wo das möglich ist.

sozialer Anspruch des Wohnprojekts

Jugendliche müssen heute eine Vielzahl von sozialen Konflikten im Rahmen ihrer eigenen Lebensplanung und –gestaltung bewältigen. Innerhalb der Gesellschaft ist ein deutlicher Trend zur Vereinzelung zu beobachten, was der Problemlösung nicht gerade zuträglich ist. Hinzu kommt, dass die finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern immer schwieriger wird. Ursachen dafür liegen u.a. in den verlängerten Studien- und Ausbildungszeiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, aber auch in den gesellschaftlichen Verhältnissen. Perspektivlosigkeit und hohe Jugendarbeitslosigkeit machen es Jugendlichen schwer sich für einen geeigneten Weg in die Zukunft in Magdeburg zu entscheiden.

Wir wollen nicht nur eine angenehme Atmosphäre im gemeinschaftlichen Leben schaffen. Wir wollen auch versuchen, wirklich sozial miteinander umzugehen. Oft fühlen sich Menschen überfordert, wenn sie mit den Problemen anderer konfrontiert werden. Das ist sehr verständlich, aber hilft den Betroffenen nicht weiter. Wir denken, dass eine Voraussetzung dafür, sozial benachteiligten Menschen wirklich helfen zu können, ein freieres und ungezwungeneres Leben ist. Wer Sorgen um ihren Job bzw. ums Überleben haben muss, hat nur noch wenig Kapazitäten für schwierige Probleme anderer Menschen. Wir können solche Probleme verringern, wenn wir uns gegenseitig Halt geben, Geld im Umgang miteinander keine Hauptrolle spielt und wir versuchen, ein angenehmes menschliches Umfeld zu schaffen. Hier stellt sich die Frage nach Privateigentum, der Ökonomie im Haus und der Rollenverteilungen. Vieles ist zu hinterfragen, was uns eigentlich ganz alltäglich erscheint.

Menschen mit geringem Einkommen sollen von unserem Projekt nicht ausgeschlossen werden. Wir wollen Modelle entwickeln, wie wir die finanziellen Notwendigkeiten abdecken können, ohne gleichzeitig Einkommenshürden aufbauen zu müssen. Es gibt viele Möglichkeiten, ein solches Leben zu realisieren. Wenn mensch für eine Arbeit, die sie macht, mehr Geld erhält, als sie braucht, kann dieses in einen „Fonds“ getan werden, der dann auch denen zur Verfügung steht, die nicht genug haben. Oder einige Menschen einigen sich, alle Einnahmen und Ausgaben zusammenzutun.

Leute mit körperlicher oder geistiger Behinderung haben es oft schwer, in der „normalen“ Gesellschaft Fuß fassen zu können. Zu viele Vorurteile sind sozialisiert, zu wenige Kraft ist da, um die damit verbundenen neuen Probleme meistern zu können. Wir haben den Anspruch, auch mit solchen Schwierigkeiten umgehen zu wollen und benachteiligten Menschen in unserem Haus Unterstützung geben zu können.

Kinder- und Jugendarbeit

Dieser Titel ist etwas ungünstig. Vielleicht wäre 'Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen' oder 'Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen' besser.

Die Kinder- und Jugendarbeit bildet im Löwenzahn-Projekthaus ein breit gefächertes Betätigungsfeld vielfältiger und offener Angebote. Durch das Haus an sich, die Räume zur medialen Gestaltung, wird jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich zu betätigen, mit anderen in Kontakt zu treten, ihre Gruppenarbeit weiterzuentwickeln.

Daraus können sich auch ganz neue Projekte entwickeln, die von den Jugendlichen selbst für andere angeboten werden (Kleinkunst, Theater, Vorträge [, Töpfern] etc.).
[Weitere Idee: Zusammenarbeit mit SchülerInnnen]

Wir wollen als Haus mit ökologischer Ausrichtung allerdings noch mehr. Wir suchen Kontakt zu anderen Jugendeinrichtungen bzw. Schulen und bieten Einführungsvorträge, Diskussionsrunden, Exkursionen beispielsweise zur nahegelegenen Elbe und ihrer üppigen Flora und Fauna an. Speziell für Kinder und Jugendliche kann dies zum Erlebnis werden könnte, wenn mensch besondere Highlights wie Picknick, Zeltbau oder Lagerfeuer anbietet. Auch jüngere Kinder finden Angebote über Straßenfeste oder einzelne Aktivitäten wie Exkursionen, Kochkurse, Kreativ-Workshops (beispielsweise Papier selbst herstellen).

Ziel ist, dass über diese Aktivitäten mehr Menschen die Umwelt als Lebensraum aller kennenlernen, achten und sich für ihren Erhalt engagieren.

Konstruktives Miteinander

Allerorts plagt Vereine und Gruppen dasselbe Problem: Die Arbeit häuft sich - doch oft nur bei einigen. Die Zeit sitzt allen und jederzeit im Nacken. Kreative Ideen haben Seltenheitswert erlangt und infolge der ausbleibenden Erfolgserlebnisse ist die Stimmung gereizt, sackt die Motivation in den Keller.

Bei einer Zukunftswerkstatt im Juni 2001 bildete sich daher eine Arbeitsgruppe heraus, die es sich zum Ziel gemacht hatte, ein "Konzept" für ein konstruktiveres Miteinander in der Gruppe zu entwickeln. Die Ergebnisse dieses Workshops sollen auch im Löwenzahn- Projekthaus zur Anwendung kommen.

[Dominanzabbau in Gruppen hat funktioniert bei Greenkids und dem Anti-Castor-Netz. Durch entsprechende Seminare erlangten die TeilnehmerInnen die Kompetenz, lenkende Moderation zu erkennen und ihr entgegen zu wirken. Sie wechselten anfang ModeratorInnen reihum aus, bis sie schließlich keine Moderation mehr benötigt ist. Jedoch schliefen diese Fähigkeiten wieder ein, weshalb regelmäßige Auffrischung sinnvoll ist.]

[Grafik, S. 14]

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Der Kernpunkt ist wie so oft die Zeit. Nur wenn ich genug Zeit habe zum Arbeiten, Diskutieren, zum aktiv und kreativ sein, kann auch etwas dabei herauskommen. Diese Zeit kommt jedoch nicht einfach irgendwo her - ich muss sie mir bewusst für die Gruppenarbeit nehmen.

Was aber bringt mich dazu, meine Fernseh-Show sausen zu lassen und stattdessen über einer neuen Aktion zu brüten? Die richtige Motivation! Um motiviert zu sein sollte ich in dem, was ich tue möglichst auch einen Sinn entdecken, Erfolge erleben die mir zeigen, dass mein Einsatz nicht "umsonst" ist und auch die Atmosphäre in der Gruppe sollte eine angenehme sein.

Letzteres soll durch die Umsetzung der Punkte erreicht werden, die unter den Begriffen "Selbstverständnis", "Toleranz", "freie Gedanken", "Methoden" und "persönliche Voraussetzungen" aufgeführt sind.

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Die (Arbeits-)Atmosphäre sollte so entspannt wie möglich gestaltet werden. Es sollten mehr Möglichkeiten geschaffen und mehr Anstöße gegeben werden, Gedanken frei zu äußern. Methoden wie Blitzlicht oder Brainstorming sollten auch tatsächlich angewandt werden. Auch ist es wichtig, dass die Gruppe ihr Ziel nicht völlig aus den Augen verliert- sie braucht einen "Leitfaden" [, der durch die TeilnehmerInnen selbst erstellt wird].

Kurzfristig könnte eine Moderation dafür sorgen, dass dieser eingehalten wird, später sollte möglichst jedE von selbst darauf achten, beim Thema zu bleiben.

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Intolerantes Verhalten sollte diskutiert werden, anstatt es einfach zu ignorieren oder die betreffende Person dafür anzuprangern und auszugrenzen. Außerdem sollte die Gruppe ihr Selbstverständnis mit allen gemeinsam besprechen und auch festlegen.

Doch soll sich die Situation in einer Gruppe tatsächlich zum Positiven verändern, muss zunächst natürlich jedE bei sich selbst beginnen. Dazu ist es wichtig, das eigene Verhalten selbstkritisch zu betrachten, zu überdenken und eventuell auch bereit zu sein, es zu ändern.

[Grafik, S. 17]

emanzipatorische Praxis

Sich „links“ zu nennen, bedeutet nicht viel. In der linken Szene gibt es autoritäre Strömungen, herrschaftsbejahende Organisationen und viele Einzelpersonen, die sich so bezeichnen, aber trotzdem sexistische, rassistische oder autoritäre Tendenzen aufweisen. Klar, es ist kaum möglich, sämtliche sozialisierte Verhaltensmuster mit einem Mal abzulegen. Der Anspruch an sich, solche Muster zu reflektieren und abzulegen, also an sich selbst zu arbeiten, ist ein wichtiges Element emanzipatorischen Handelns.

Emanzipation ist die Befreiung aus einer Unterdrückung. Für uns bedeutet es, sich von Fremdbestimmung zu befreien, herrschaftliche Mechanismen abzulehnen und versuchen zu wollen, selbstbestimmt, selbstorganisiert und gleichberechtigt miteinander zu leben.

Dieses Leben kann von der gesellschaftlichen Realität nicht entkoppelt werden. Wenn es auch möglich sein sollte, in einer begrenzten Gruppe so miteinander umzugehen, bleiben doch die herrschenden Verhältnisse, die unser Leben einschränken, unsere Gesundheit schädigen, Menschen ausbeuten, Kriege verursachen, die Zukunft kommender Generationen in Frage stellen, wirtschaftliche Interessen über die Menschen stellen.

Nicht nur zurückgezogen in unser kleines Schneckenhaus wollen wir leben, sondern auch aktiv gegen die äußeren Einflüsse sein. Emanzipatorische Praxis kann auch bedeuten, (zum Nachdenken) zu provozieren, (gegen festgefahrene Mechanismen) zu stänkern, keine Ruhe zu geben. Als störendes Element für Bewegung zu sorgen. Ganz im positiven Sinne, denn in der Bewegung liegt die Weiterentwicklung.

Projektbeschreibung

Ziele des ökologisch- sozialen Wohnprojekts

Jugendlichen und Studenten, die sich in der Ausbildungsphase befinden soll eine Perspektive zum Leben in dieser Stadt geboten werden, damit einer tendenziellen Abwanderung der Menschen aus dieser Region entgegengewirkt werden kann. Wir wollen versuchen, für junge Menschen eine Möglichkeit zu schaffen zum alternativen, ökologischen und gemeinschaftlichen Wohnen und Leben. Vielleicht kann dieses Projekt auch als Anregung für andere dienen, das eine zukunftsweisende Sanierung von Altbauten unter weitgehender Berücksichtigung ökologischer Kriterien durchführbar ist.

Das Projekt das wir realisieren wollen, soll nicht nur für sich “allein aus Selbstzweck” existieren, sondern es soll eine Wohn- und Begegnungsstätte für alle ökologisch Interessierten werden. Ein Kommunikationszentrum für offenen, freien Ideen- und Erfahrungsaustausch begleitet von verschiedenen Veranstaltungen und umrahmt von den Menschen, die in den Wohngemeinschaften vorleben, daß uns mehr Alternativen als Zerstörung und Ignoranz der Umwelt bleiben. Durch die Selbstverwaltung des Wohnprojekts soll den BewohnerInnen mehr Verantwortung für ihr Wohnumfeld gegeben werden.

Zielgruppe

Die Zielgruppe des Wohnprojekts sind vor allen Dingen Jugendliche und junge Erwachsene, die nur über geringe finanzielle Mittel verfügen. Hiermit sind vor allem Auszubildende, Studenten, junge Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen und andere sozial benachteiligte junge Menschen gemeint, die den Willen haben durch ihr Engagement eine Atmosphäre von Toleranz im Stadtteil zu schaffen. Die ökologische Ausrichtung des Projekts stellt einen besonderen Schwerpunkt dar, der junge Menschen ansprechen soll, die gerne ökologisch leben möchten, das alleine aber nicht verwirklichen können.

Neben den Bewohnern des Hauses und Anwohnern, die diese Angebote nutzen, gibt es die Möglichkeit für eine Reihe weiterer Gruppen und Vereine, die an diesem Projekt interessiert teilhaben können. So können neben dem Offenen Büro Vereine und Gruppen auch eigene Räume einrichten. Das Offene Büro selbst kann natürlich ohne Miete bezahlen zu müssen, genutzt werden.

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Projektideen

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alternative Fahrrad-Werkstatt, Umweltbibliothek mit Café-Atmosphäre, Bastelkeller, Kunstwerkstatt, Volxküche, Offenes Büro, Seminarraum, Projektwerkstatt, Kleinkunstbühne, Ökogarten, Reparatur von Elektrogeräten, Atelier, Archiv, Versammlungsraum, Stadtteilkino.

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Für ehrenamtliches Engagement wird es immer wichtiger, den Menschen, die aktiv werden wollen, freie Hand lassen zu können. Das heißt, möglichst wenige Vorschriften zu machen, Infrastrukturen ohne viele Bedingungen zur Verfügung zu stellen und inhaltlich nicht reinzureden. Oft werden Engagierte abgeschreckt, wenn sie in die Verwaltungsmühlen der renommierten Organisationen geraten. Da muss erst der Vorstand beschließen, ob eine Gruppe ab und zu mal den PC benutzen darf oder es müssen umständliche Absprachen zur Büronutzung getroffen werden.

Ein Lösungsansatz:
Wir wollen einen Raum schaffen, der Infrastruktur (PCs, Drucker, Scanner, Kopierer, Büromaterialien, Schnippelbücher, Literatur, etc.) enthält, die von allen Menschen gleichermaßen genutzt werden können. Zu bestimmten Zeiten ist dieses Büro nutzbar und kann dann von Interessierten selbstbestimmt zur politischen Arbeit verwendet werden. Wie das genau ablaufen wird, sollen die NutzerInnen gemeinsam beschließen.

Dieses Büro soll selbstverwaltet funktionieren. Es könnte sich somit quasi zu einer Projektwerkstatt entwickeln, also einem offenen politischen Raum, wo Leute sich organisieren, Materialien erstellen, Internetseiten gestalten, Medienarbeit leisten. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Engagierten wird so erleichtert.

Durch die Einbindung der örtlich ansässigen Jugendlichen soll insgesamt im Stadtteil Buckau eine tolerante offene Atmosphäre geschaffen werden. Die Möglichkeit zur politischen Arbeit stärkt das Verständnis für einen toleranten, gleichberechtigten und selbstbestimmten Umgang miteinander.

Es könnte z.B. eine Pinnwand geben, an der Leute Ideen für Aktionen und AnsprechpartnerInnen angeben. Wer Lust darauf hat, kann dann ganz leicht zueinander finden. Auf diesem Weg kann auch über aktuelle Ereignisse, anstehende Veranstaltungen etc. informiert werden.

Wenn motivierte Menschen zusammenkommen, kommt schnell der Stein für ein neues Projekt ins Rollen. Das Offene Büro ermöglicht dann sofort die Umsetzung in die Tat. Denn die Technik, um beispielsweise eine Zeitung zu entwerfen, layouten, redaktionell zu bearbeiten und letztlich zu kopieren steht einfach zur Verfügung. Wenn mensch einmal nicht weiter weiß – z.B. wie eine Presseinformation geschrieben wird – gibt es Handbücher und Leitfäden im Raum, wo das nachgelesen werden kann.

Die Computer, Drucker, Scanner, Kopierer sind auch miteinander vernetzt, so dass es nicht so wichtig ist, an welchem PC mensch gerade arbeitet. Alle können die gleichen Ressourcen verwenden und von jedem Platz aus an jedes angeschlossene Gerät zugreifen. Wenn Informationen erstmal recherchiert werden müssen, geschieht das ganz einfach über das Internet. Denn eine Flatrate / Standleitung ermöglicht einfachen und schnellen Zugriff.

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Auch ein Telefonanschluss steht zur Verfügung. Zum Anrufen bei der Presse, Recherchieren von Informationen oder als Kontaktierungsmöglichkeit von außen kann es genutzt werden. Damit ein bestimmtes Budget nicht überschritten wird, könnte eine Einheitenkontrolle installiert werden. Somit wäre das Telefonieren innerhalb eines vorher bestimmten Zeitraums nicht mehr möglich, wenn das Budget aufgebraucht ist. Wenn wieder Geld da ist, kann der Apparat wieder freigeschaltet werden.

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Kleinkunstbühne / Stadtteilkino

Als weiteres Projekt soll im Löwenzahnhaus ein Mehrzweckraum so eingerichtet werden, dass er als Veranstaltungsraum für Theatergruppen, Livebands und als Kino dienen kann. Der Raum benötigt neben einer technischen Ausrüstung auch eine Bühne und eine ausreichende Größe für das Publikum.

Gerade für Jugendliche und ältere Mitbürger, die in Buckau leben, ist es sehr attraktiv direkt vor Ort als Theatergruppe oder Band aufzutreten oder solche Veranstaltungen zu besuchen. Auch die Vereine die in Buckau beheimatet sind, könnten für ihre politischen oder kulturellen Veranstaltungen einen solchen Raum gut gebrauchen.

Die Möglichkeit als Stadtteilkino anspruchsvolle Filme zu zeigen, die nicht unbedingt im Mainstram der Zeit liegen oder sogar eigene Stücke, bedeuten eine Bereicherung für den Stadtteil. Dies würde sicherlich auch das Wohnen in der näheren Umgebung attraktiver machen.

Die laufenden Kosten für das Projekt könnten aus Einnahmen der Veranstaltungen oder über Spenden gedeckt werden. Dabei sollten eventuelle Eintrittskosten auf jeden Fall sozial verträglich gestaltet werden.

Analyse der Situation:
Bestehende Kultureinrichtungen in Buckau (Volksbad, HOT) zielen vor allen Dingen auf ein älteres Publikum oder sind eher auf den musikalischen Bereich ausgerichtet. Hier soll nicht ein weiteres Jugendheim geschaffen werden, sondern ein Ort, der für öffentliche Präsentationen wie z.B. Theaterstücke genutzt werden kann. Kultur ist wichtig z.B. für die Völkerverständigung und zur Erweiterung des eigenen Wissens- /Erfahrungsbereiches.

Vision:
Die Kleinkunstbühne soll als unabhängiger Veranstaltungsraum für die junge Buckauer Bevölkerung kostenlos zur Verfügung stehen. Zum Beispiel mit Lesungen, Zauberkunst und Theater soll die Bandbreite der künstlerischen Aktivitäten in Buckau erhöht und die Kreativität von jungen Menschen angeregt werden. Zur Einbindung der Bevölkerung

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Ökogarten und Lebensmittelkooperative

Analyse der Situation:
Ökologische Lebensmittel müssen nicht unbedingt die Welt kosten, einen entscheidenden Anteil am Preis der Lebensmittel verdienen auch Zwischen- und Einzelhändler. Bisher existieren noch keine Möglichkeiten zum Einkauf ökologischer Produkte in Buckau. Aufgrund der Einkommenssituation in diesem Stadtteil wird sich hier ein Bioladen mit normalen Preisen auch kaum halten können. Mietshäuser haben oft keinen “richtigen” Garten, der einen Eigenanbau ökologischer Lebensmittel ermöglicht.

Vision:
Mit dieser Kooperative soll besonders die regionale Vermarktung ökologischer Lebensmittel [s. Kernbeißer] gefördert werden, ohne vordergründig kommerzielle Interessen. In dieser Kooperative soll sich das Angebot saisonal darauf ausrichten, was in der Region um Magdeburg nach Öko-Standards angebaut und geerntet wird. Gleichzeitig dient diese Kooperative auch der "Vermarktung" der eigenen im Ökogarten angebauten Lebensmittel. Ein bezahlbarer Zugang zu Lebensmitteln aus ökologischen Anbau ist ein wichtiger Baustein für ein ökologisches Hausprojekt. Diese Möglichkeiten des Einkaufs z.B. von ökologisch angebautem Gemüse sollen auch für die MitbürgerInnen offen stehen, um ihnen Alternativen zum Supermarkt aufzuzeigen. Positiv wirkt sich ausserdem aus, das das Warenangebot in Magdeburg Buckau, das für den Einkauf von Lebensmitteln ist ausgeweitet wird. [Libertäre / Vertikale Gärte, Subsistenz]

Der Garten im Löwenzahn-Projekt dient der Selbstversorgung der BewohnerInnen. Es sollen verschiedene Lebensmittel für den Eigenbedarf und darüberhinaus für die Lebensmittelkooperative angebaut werden. Das sind u.a. Kartoffeln, Möhren, Tomaten, Gurken, Paprika, Kräuter, Zwiebeln, Salat, Beeren und Obst. Wildblumenwiesen können eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen.

  • kleines Gewächshaus
  • Gartenabfälle und besetimmte Küchenreste kompostieren

Statt gepflasterten Wegen wollen wir diese mit natürlichen Materialien auslegen, beispielsweise mit Rindenmulch. Es ist aber auch denkbar, dass diese einfach unbearbeitet bleiben und mit Moosen / Gras bewachsen.

Volxküche

Volxküche (Vokü) ist Essen zum selbstkosten-Preis oder billiger(von 50 Cent bis 1,50 €), damit es sich jeder Mensch, egal aus welcher sozialen Schicht in der Bevölkerung, leisten kann. Vokü ist meist vegan (an gewissen Tagen kann auch zusätzlich vegetarisch und normal gekocht werden) und damit kann sie prinzipiell von jedem Menschen gegessen werden. Die Vokü sollte regelmäßig und wenigstens 3-4 mal pro Woche stattfinden. Möglich ist auch ein veganes Frühstück, z.B. am Sonntag Morgen. [-> Containern]

Die Vokü-Gruppe setzt sich aus ca. 3-5 Leuten zusammen. Es ist aber auch möglich oder sogar noch besser, wenn Leute die Interesse haben sich auch als eigene Vokü-Gruppe mit einbringen. Zur Finanzierung: zum Anfang werden so günstig wie möglich biologisch einwandfreie Nahrungsmittel eingekauft, aber nach den ersten Wochen sollte der/den Vokü-Gruppe/n ein gewisses Budget zur Verfügung stehen (aus den bisherigen Einnahmen), so dass die Lebensmittel problemlos aus dem Bioladen bezogen werden können. Geplant ist auch, das Obst und Gemüse vom eigenem Garten mit einzubringen und zu verwerten. Zum Kochen ist eine gut eingerichtete Küche notwendig. Es können aber auch von der/den Vokü-Gruppe/n Kochutensilien mitgebracht oder gespendet werden.

  • offene Projekte als Kommunikationszentrum für Akzeptanz in der Öffentlichkeit des Wohngebietes

Jugendlichen wird ein Anlaufpunkt geboten, wo sie sich mit Fragen und Problemen des Alltags hinwenden können. Die Räumlichkeiten sollen auch zur Durchführung von Diskussionsrunden und Themenveranstaltungen dienen. Im Rahmen der Kleinkunstbühne soll die Kreativität von jungen Menschen angeregt werden (z.B. durch die Gründung einer Theatergruppe).

Zielgruppe der offenen Projekte

Die offenen Projekte sollten nicht nur die BewohnerInnen des Hauses ansprechen, sondern über die Grenzen des Hauses hinaus alle BewohnerInnen des Stadtteils. Durch eine spezielle Ausrichtung auf Kinder und Jugendliche soll in dieser Altersgruppe das ökologische Bewusstsein gestärkt werden. Hier ist u.a. eine Kooperation mit Jugend- Umweltgruppen (z.B. Greenkids Magdeburg e.V.) vorgesehen.

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Finanzierung

Einen der größten Kostenteile im „normalen“ bürgerlichen Leben machen Mietkosten aus. Fast vollständig dienen diese dem Profit der HauseigentümerIn. Wir wollen anders leben. Grundsätzlich sollen unsere MitbewohnerInnen die anfallenden Betriebskosten für das Projekt als Beitrag zu ihrem Wohnen zahlen. Außerdem werden wir uns über einen weiteren pauschalen Betrag zur Abdeckung / Vorsorge für Reparaturen, Eigenanteile in den Projekten und weitere tatsächliche Kosten einigen. Es wird jedeoch keine Miete im üblichen Sinne verlangt. [Alternativen zu Wohnen schaffen]

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Beispielsweise muss die Isolierung des Gebäudes nicht mit Steinwolle und Styropor geschehen, sondern können auch Schafswolle [nicht vegan] und Papiermaschee zum Einsatz kommen.

Zur Versorgung des Hauses mit Strom werd eine Photovoltaik-Anlage und Miniwindräder auf dem Dach installiert. Damit kann ein Anteil der entstehenden Stromkosten abgedeckt werden. Einen Grundstock für die Warmwasser- bzw. Heizenergie-Versorgung bilden die Solarkollektoren. Für Toilettenspülung und Wäschewaschen, sowie alle anderen Nicht- Trinkwasser-Anwendungen kommt eine Regenwasser-Brauchanlage zum Einsatz.

Viele gutgedämmt Häuser leiden später daran, dass beim Bau nicht auf ein effizientes Lüftungssystem geachtet wurde. So „schwitzen“ die Räume und es kommt schnell zu Schimmelbildung. Daher soll von vornherein ein Lüftungssystem eingebaut werden.

  • Projekte mit Modellcharakter für Förderung durch Bundesprogramme
  • Anschubfinanzierung über Projektanträge bei einigen Stiftungen

laufende Kosten

Die laufenden Kosten könnten zum Teil über Projekte und Seminare, die im Haus laufen finanziert werden (wenn diese staatlich oder anders gefördert werden). Zum Teil geschieht die Finanzierung über die Betriebskosten-Erstattung durch die HausbewohnerInnen.

Als Eigenanteile für Projektanträge können oft auch Eigenleistungen beim Hausbau, Reparaturen und Organisation / Durchführung von Projekten und Veranstaltungen angesetzt werden. Desweiteren wird versucht, Spenden bei Privatpersonen und Organisationen für das Projekt zu erhalten.

Für Beratungsgespräche über Fördermöglichkeiten gab es bereits mündliche Zusagen vom Umweltamt und einer privaten Ökobau-Beratungsfirma. Weitere Unterstützung in dieser Sache erhoffen wir uns von befreundeten Organisationen wie der DGBjugend oder dem BUND. Diese haben vielerlei Erfahrungen bei der Fördermittel-Beantragung und Abrechnung.

Persönliche Werkzeuge