Schöner Wohnen:Offizielles Konzept
Aus Schöner Wohnen
nichtoffizielles Konzept | Anregungen aus dem Konzept des Löwenzahn e.V.
Erwartungen / Anspruch des Projektes
Zielgruppe
Die Zielgruppe des Projekthauses sind vor allen Dingen Menschen, die nur über geringe finanzielle Mittel verfügen. Hiermit sind vor allem Auszubildende, Studenten, junge Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen und andere oft sozial benachteiligte junge Menschen gemeint, die den Willen haben durch ihr Engagement eine Atmosphäre von Toleranz im Stadtteil zu schaffen. Die ökologische Ausrichtung des Projekts stellt einen besonderen Schwerpunkt dar, der alle Menschen ansprechen soll, die gerne ökologisch leben möchten, das alleine aber nicht verwirklichen können.
Ziele des ökologisch- sozialen Projekts
Vor allem Jugendlichen und Studenten, die sich in der Ausbildungsphase befinden, als auch Menschen jeden Alters soll eine Perspektive zum Leben in dieser Stadt geboten werden. Wir wollen versuchen, für Menschen eine Möglichkeit zu schaffen zum alternativen, ökologischen und gemeinschaftlichen Leben und Arbeiten. Vielleicht kann dieses Projekt auch als Anregung für andere dienen, das eine zukunftsweisende Sanierung von Altbauten unter weitgehender Berücksichtigung ökologischer Kriterien durchführbar ist.
Das Projekt das wir realisieren wollen, soll nicht nur für sich “allein aus Selbstzweck” existieren, sondern es soll eine Arbeits- und Begegnungsstätte für alle ökologisch Interessierten werden. Ein Kommunikationszentrum für offenen, freien Ideen- und Erfahrungsaustausch begleitet von verschiedenen Veranstaltungen und umrahmt von den Menschen, die in ihrem Umfeld vorleben, daß uns mehr Alternativen als Zerstörung und Ignoranz der Umwelt bleiben. Durch die Selbstverwaltung der Projekte sollen die Beteiligten mehr Verantwortung für ihr Wohnumfeld übernehmen.
Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen
Die Kinder- und Jugendarbeit bildet ein breit gefächertes Betätigungsfeld vielfältiger und offener Angebote. Durch das Haus an sich, die Räume zur medialen Gestaltung, der Werkstätten, Seminarbereiche und auch dem Ökogarten, wird auch jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich zu betätigen und mit anderen in Kontakt zu treten . Daraus können sich auch ganz neue Projekte entwickeln, die von den Jugendlichen selbst für andere angeboten werden (ökologisches Bauen und Basteln, Kleinkunst, Theater, Vorträge etc.).
Wir wollen als Haus mit ökologischer Ausrichtung allerdings noch mehr. Wir suchen Kontakt zu anderen Jugendeinrichtungen, Schulen und Jugendlichen aus der Nachbarschaft bieten Einführungsvorträge, Diskussionsrunden, Exkursionen beispielsweise zur nahe gelegenen Oker und ihrer üppigen Flora und Fauna an. Speziell für Kinder und Jugendliche kann dies zum Erlebnis werden, wenn mensch besondere Highlights wie Zeltbau oder Lagerfeuer anbietet. Auch jüngere Kinder finden Angebote über Straßenfeste oder einzelne Aktivitäten wie Exkursionen, Kochkurse, Mal- und Bastel-Workshops (beispielsweise Papier selbst herstellen).
Ziel ist, dass über diese Aktivitäten mehr Menschen die Umwelt als Lebensraum aller kennenlernen, achten und sich für ihren Erhalt engagieren.
Offenheit
Alle Menschen sind in dem Projekthaus willkommen und zum Mitmachen, Gestalten und Ideen Einbringen eingeladen - unabhängig welchen Alters,welcher Herkunft oder welche Fähigkeiten sie besitzen. Ein offener Charakter kann nur entstehen, wenn nicht nur einem kleinen Kreis Eingegeweihter bekannt ist, dass das Haus genutzt werden kann und welches Potential es birgt, sondern diese Informationen offensiv beworben werden.
Andernfalls würde der Raum von einigen Menschen "besetzt" und de facto nicht mehr "offen" sein. Ziel ist also, immer wieder neue Menschen zu erreichen und dass diese mit neuen Ideen Bewegung in das Projekthaus zu tragen.
Das Haus soll ein Projekthaus sein, d.h. die Projekte und die dabei anfallenden Arbeiten stehen im Vordergrund. In diesem Sinne wollen wir auf Privaträume verzichten und stattdessen projektbezogene, öffentliche Räume einrichten.
Damit wird das Haus explizit kein Wohnhaus, sondern ein Projekthaus und wird daher ausschließlich für Projekte genutzt werden. Für überregionale Vernetzung wird eine eigene Etage eingerichtet mit Disskusions- und Tagungsräumen und eigenen Übernachtungsmöglichkeiten. Offenheit beziehen wir nicht nur auf das Haus, sondern soll sich auch in Projektstrukturen widerspiegeln. Wissenshierarchien sollen abgebaut werden, um allen die gleichberechtigte Nutzung zu ermöglichen. Räume, Aufbewahrungsorte, Geräte und Werkzeuge sollen durch Beschriftungen und einfache, verständliche Gebrauchshilfen selbsterklärend sein. Hilfreich sind auch Hinweise, wer sich mit einer bestimmten Sache und deren Benutzung besonders auskennt.
Zur Teilnahme an Projekten oder um solche zu initieren bedarf es keiner Mitgliedschaft oder Verpflichtungen. Die Beteiligung zur Aufrechterhaltung und Pflege der Infrastruktur ist jedoch erwünscht und notwendig. Besonders neuen Leuten soll Hilfe angeboten werden, um sich zurechtzufinden und gezeigt werden, wie das Haus funktioniert, was möglich und nötig ist und wo es was gibt.
Für alles gibt es verantwortliche Gruppen bestehend aus den dort Aktiven. Verantwortlichkeit soll jedoch nicht Bestimmungsrecht bedeuten. Für die gemeinsame Verwaltung werden Absprachen getroffen und Vereinbarungen untereinander ausgehandelt. Auch hier ist Offenheit wichtig.
nichtkommerziell
Das Projekthaus und der Garten sollen nur für nichtkommerzielle Projekte genutzt werden. Wie viel Geld Menschen haben oder für das Projekt beisteuern können oder wollen soll nicht entscheidend für deren Beteiligung sein. Die vielfältigen Projekten stellen damit ein attraktives Angebot insbesondere für finanziell Benachteiligte dar, die sonst von kostspieligen Kultur- und Sozialangeboten ausgeschlossen sind.
gleichberechtigter, bewusster und verantwortlicher Umgang
Um ein gleichberechtigtes Miteinander zu ermöglichen, sind nicht einige wenige, sondern alle Beteiligte verantwortlich und entscheidungsfähig. Dies trägt auch zur Stärkung der Eigenverantwortung der Einzelnen bei. Es gibt keine BestimmerInnen über andere, alle sollen die gleichen Möglichkeiten Projekte zu gestalten und den gleichen Zugang zu Ressourcen haben. Entscheidungen sollen nicht von Einzelnen, sondern den Beteiligten getroffen werden.
Da es keine allgemeingültigen Regeln gibt, die verbindliche Verhaltensweisen für alle vorschreiben, ist es notwendig, eigene Ansprüche zu kommunizieren und auch Befindlichkeiten anderer Leute zu berücksichtigen.
Für den umweltbewussten Umgang mit Ressourcen, sollen im Projekthaus ökologische Alternativen zur Wegwerfgesellschaft praktiziert werden, indem einerseits sorgsam und sachgerecht mit vorhandenem Inventar umgegangen wird und andererseits Defektes versucht wird zu reparieren, sowie möglichst ökologische Materialien verwendet werden.
konstruktives und soziales Miteinander
Allerorts plagt Vereine und Gruppen dasselbe Problem: Die Arbeit häuft sich - doch oft nur bei einigen. Die Zeit sitzt allen und jederzeit im Nacken. Kreative Ideen haben Seltenheitswert erlangt und infolge der ausbleibenden Erfolgserlebnisse ist die Stimmung gereizt, sackt die Motivation in den Keller.
Bei einer Zukunftswerkstatt im Juni 2001 bildete sich daher eine Arbeitsgruppe heraus, die es sich zum Ziel gemacht hatte, ein "Konzept" für ein konstruktiveres Miteinander in der Gruppe zu entwickeln. Die Ergebnisse dieses Workshops sollen auch im Löwenzahn- Projekthaus zur Anwendung kommen. Konstruktives, entspanntes Miteinander gibt es nur ohne Zeitdruck. Was aber bringt mensch, die Lieblingsfernsehshow sausen zu lassen und statt dessen über einer neuen Aktion zu brüten? Die richtige Motivation!
Um motiviert zu sein, sollten Tätigkeiten nach eigenen Vorstellungen so gestaltet sein, dass sie als angenehm und/oder sinnvoll empfungen werden.
Kommunikation
Oft fühlen sich Menschen überfordert, wenn sie mit den Problemen anderer konfrontiert werden. Das ist sehr verständlich, aber hilft den Betroffenen nicht weiter. Konfliktfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für das Zusammenleben. Dazu zählt, bei Problem nicht einfach weg zu laufen und Konflikte zu verschleppen. Konflikte sollten direkt angesprochen werden, um unterschiedliche Erwartungen festzustellen. Um die typische Abwehr-, Rechtfertigungs- ung Gegeoffensive-Reaktion zu vermeiden, ist Kritikfähigkeit von jeder Seite notwendig. Dies kann in Rollenspielen geübt werden. Auch intolerantes Verhalten sollte diskutiert werden, anstatt es einfach zu ignorieren oder die betreffende Person dafür anzuprangern und auszugrenzen. Dabei sind Einzel- oder Kleingruppendiskussionen meist ergiebiger als Plena. Damit jedoch keine Hierarchien entstehen ist es wichtig, Ergebnisse anschließend an alle zu kommunizieren und wenn nötig nochmals zu besprechen.
gegenseitige Kooperation
Menschen müssen heute eine Vielzahl von sozialen Konflikten im Rahmen ihrer eigenen Lebensplanung und –gestaltung bewältigen. Innerhalb der Gesellschaft ist ein deutlicher Trend zur Vereinzelung zu beobachten, was der Problemlösung nicht gerade zuträglich ist. Hinzu kommt für Jugendliche, dass die finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern immer schwieriger wird.
Wir wollen nicht nur eine angenehme Atmosphäre im gemeinschaftlichen Leben untereinander schaffen, sondern auf gegenüber anderen auf Probleme und Sorgen einzugehen und damit stärkeren Zusammenhalt herzustellen.
emanzipatorische Praxis
Sich „links“ zu nennen, bedeutet nicht viel. In der linken Szene gibt es autoritäre Strömungen, herrschaftsbejahende Organisationen und viele Einzelpersonen, die sich so bezeichnen, aber trotzdem sexistische, rassistische oder autoritäre Tendenzen aufweisen. Klar, es ist kaum möglich, sämtliche sozialisierte Verhaltensmuster mit einem Mal abzulegen. Der Anspruch an sich, solche Muster zu reflektieren und abzulegen, also an sich selbst zu arbeiten, ist ein wichtiges Element emanzipatorischen Handelns.
Emanzipation ist die Befreiung aus einer Unterdrückung. Für uns bedeutet es, sich von Fremdbestimmung zu befreien, herrschaftliche Mechanismen abzulehnen und versuchen zu wollen, selbstbestimmt, selbstorganisiert und gleichberechtigt miteinander zu leben.
Dieses Leben kann von der gesellschaftlichen Realität nicht entkoppelt werden. Wenn es auch möglich sein sollte, in einer begrenzten Gruppe so miteinander umzugehen, bleiben doch die herrschenden Verhältnisse, die unser Leben einschränken, unsere Gesundheit schädigen, Menschen ausbeuten, Kriege verursachen, die Zukunft kommender Generationen in Frage stellen, wirtschaftliche Interessen über die Menschen stellen.
Nicht nur im eigenen kreis wollen wir wirken, sondern auch aktiv gegen die äußeren Einflüsse sein. Emanzipatorische Praxis kann auch bedeuten, (zum Nachdenken) zu provozieren, (gegen festgefahrene Mechanismen) zu stänkern, keine Ruhe zu geben. Als störendes Element für Bewegung zu sorgen. Ganz im positiven Sinne, denn in der Bewegung liegt die Weiterentwicklung.
Barrierefreiheit
Zu viele Vorurteile gegenüber Leuten mit geistiger oder körperlicher Behinderung sind sozialisiert. Zu wenig Kraft ist da, um die damit verbundenen Probleme meistern zu können.
Einerseits wollen wir das Haus möglichst barrierefrei gestalten und sehen als die Aufgabe aller an, auf die Bedürfnisse von Benachteiligten und Menschen mit Behinderungen einzugehen. Dies sollte auch bei Veranstaltungen berücksihtigt werden. Außerdem hat jeder Mensch spezielle Fähigkeiten, von denen anderen lernen können.
Umweltschutz
Leider ist Umweltverschmutzung in unserer Gesellschaft zur Normalität geworden und es ist schwierig, in Bereichen wie Verkehr, Müll und Nahrung umweltbewußt zu leben. Häuser und Mietwohnungen sind in der Regel nicht nach ökologischen Kriterien gestaltet. Ökologisches Bauen ist möglich, doch scheinbar zunächst nicht rentabel, so daß ökologisch bewusste Menschen selten ein geeignetes Wohnumfeld finden.
Und schon bei der Planung gilt es einiges zu beachten: eine gute Dämmung ist wichtig, eine gute Lüftung aber auch! Viele Häuser werden heute schon sehr gut Wärmeisoliert. Aber wenn an der Entlüftungsanlage gespart wird, setzen schnell Schimmel an und schädigen die Bausubstanz und die Gesundheit. Beispielsweise muss die Isolierung des Gebäudes nicht mit Steinwolle und Styropor geschehen, sondern können auch Hanffaserplatten und Papiermaschee zum Einsatz kommen.
Viele andere umweltbewusste Verhaltensweisen können gemeinsam im Alltag praktiziert werden (ganz unabhängig vom Haus), beispielsweise der Verzicht aufs Auto, so oft es geht. Der Strom, den wir nicht selbst erzeugen können, kann von einem Ökostrom- Hersteller kommen. Schon beim Einkauf wird darauf geachtet, keinen unnötigen Müll zu produzieren. Wir wollen bevorzugt ökologische Produkte und Materialien verwenden, wo dies möglich ist.
Projekte
Gesamtprojekt
Für ehrenamtliches Engagement wird es immer wichtiger, den Menschen, die aktiv werden wollen, freie Hand lassen zu können. Das heißt, möglichst wenige Vorschriften zu machen, Infrastrukturen ohne viele Bedingungen zur Verfügung zu stellen und inhaltlich nicht reinzureden. Oft werden Engagierte abgeschreckt, wenn sie in die Verwaltungsmühlen der renommierten Organisationen geraten. Da muss erst der Vorstand beschließen, ob eine Gruppe ab und zu mal den PC benutzen darf oder es müssen umständliche Absprachen zur Büronutzung getroffen werden.
Wir wollen einen Raum schaffen, der Infrastruktur enthält, die von allen Menschen gleichermaßen genutzt werden können. Dieses Haus soll selbstverwaltet funktionieren. Es könnte sich somit quasi zu einer Projektwerkstatt entwickeln, also einem offenen politischen Raum, wo Leute sich organisieren, Materialien erstellen, Internetseiten gestalten, Medienarbeit leisten, wekwln oder im Garten tätig sind. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Engagierten wird so erleichtert.
Durch die Einbindung der örtlich ansässigen Menschen soll insgesamt eine tolerante offene Atmosphäre geschaffen werden. Die Möglichkeit zur politischen Arbeit stärkt das Verständnis für einen toleranten, gleichberechtigten und selbstbestimmten Umgang miteinander. Es könnte z.B. eine Pinnwand geben, an der Leute Ideen für Aktionen und AnsprechpartnerInnen angeben. Wer Lust darauf hat, kann dann ganz leicht zueinander finden. Auf diesem Weg kann auch über aktuelle Ereignisse, anstehende Veranstaltungen etc. informiert werden. Wenn motivierte Menschen zusammenkommen, kommt schnell der Stein für ein neues Projekt ins Rollen.
Vorerfahrungen
Erste Erfahrungen mit Offenen Räumen gab es z.B. bereits in Magdeburg in den Vereinsräumen der Greenkids e.V. Diese wurden zunächst versuchsweise häufiger für die allgemeine Nutzung geöffnet, später lief dort das "Offene Büro"[1] als eigenständiges Projekt, aus dem schließlich das Jugend-Umweltbüro[2] entstand. Dort gab es vor allem Schwierigkeiten mit Kindern und Jugendlichen des sozialen Brennpunkt-Stadtteils Buckau, die sich in Zerstörungen und Diebstahl äußerten, aber auch grundlegende Probleme mit der "Selbstorganisation" der NutzerInnen der Räume. Aus diesen Erfahrungen wollen wir lernen und die Offenen Räume in Braunschweig dementsprechend konzipieren.
[Erfahrungen mit Abnutzungserscheinungen - Texte von Jörg]
Einzelprojekte
Die offenen Projekte sollten nicht nur die ohnehin Aktiven des Hauses ansprechen, sondern alle Menschen des Stadtteils. Hier ist u.a. eine Kooperation mit Jugendumweltgruppen (z.B. Ökoscouts e.V.[3]) möglich.
Offenes Büro
Im Offenen Büro findet sich alle nötige Infrastruktur und Technik, um eigenständig Projekte umsetzen zu können. Z.B. können dies Schüler-, Vereins- oder Projektzeitungen sein, die hier entworfen und layoutet werden, oder auch Broschüren, Flugblätter oder Bücher. Das Offene Büro kann auch zur Kampagnen-, Pressearbeit, Mobilisierung zu Veranstaltungen und andere politische Aktivitäten genutzt werden.
Das offene Büro kann in Absprache mit den anderen NutzerInnen von verschiedenen Braunschweiger Gruppen und Organisationen für ihre Projekte und z.B. Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Es bietet sich für kleine Zeitungsprojekte, Radiogruppen oder VideoaktivistInnen als Arbeitsort regelrecht an. Es hilft vor allem Leuten, die anders nicht oder nur schwer an die Infrastruktur herankämen, um ihre Projektideen umzusetzen.
Ressourcen organisieren
Die Nutzung des Büros wird nicht davon abhängig gemacht werden, dass mensch Geld dafür gibt. Aber es sollte auch klar sein, dass es nicht völlig ohne auskommt. Als Teil des Projekthauses wäre es auch gut, wenn die NutzerInnen des Offenen Büros sich auch ein bisschen für die anderen Projekte und die Organisation des Hauses interessieren. Denn auch hier entstehen kosten, müssen bestimmte Arbeiten erledigt werden oder sind praktische Erweiterungen möglich, die der Unterstützung vieler Menschen bedürfen.
Hierzu zählen Rechner für Layoutgestaltung, Video- und Audio-Schnittplätze und Ausleihbare Infrastruktur wie Videokameras, Fotoapparaten, Speichermedien, Diktiergeräten und anderer Technik.
Veranstaltungen und Eigenwerbung
Von den hier aktiven Leuten können auch Workshops z.B. zu Sicherheitsproblemen beim Nutzen von Internet und Computern, zur Verwendung von spezieller Software, zu Medienpolitik oder ähnlichen Themen veranstaltet werden. Auch die Seminar- und Veranstaltungsräume im Haus können von allen städtischen Gruppen mitgenutzt werden.
Regionalzeitung
In Tageszeitungsformat soll ein neues Regionalmedium entstehen. Auf vorerst einem Zeitungsbogen soll monatlich in großer Auflage über regionale Themen, Projekte und Veranstaltungen informiert werden. Auch überregionale Themen sollen hier Platz finden, aber die Zeitung nicht dominieren. Die LeserInnen werden offensiv eingeladen, die Zeitung mitzugestalten. Dazu werden auch zu Schreib- und Layoutworkshops veranstaltet.
Schon jetzt gibt es einige MedienaktivistInnen, die Zeit und Energie in die Regionalzeitung stecken wollen. Sie möchten - auch alternative - Informationen zu Ereignissen in der Region zusammentragen, zum Teil selbst recherchieren, zu Diskussionen anregen. Es wird auch Terminkalender umfassen, die über anstehende Veranstaltungen informieren, Projekte vorstellen und Kontakte vermitteln. Einen größeren Anteil sollen LeserInnenzuschriften ausmachen, ein reger Austausch unter den Menschen in der Region soll dadurch möglich werden.
Die Regionalzeitung soll einen professionellen Anspruch haben, aber gleichzeitig den offenen Charakter deutlich vermitteln. Sie soll damit auch eine Mitmachzeitung sein. Um Schwellenängste vor dem Schreiben oder dem Schritt in die Öffentlichkeit zu überwinden, gibt es die Idee regelmäßiger Workshop-Angebote zu kreativem Schreiben, Redaktionsarbeit, Layout etc. Auch die redaktionelle und grafische Arbeit an der Zeitung erfolgt offen über eine offene Internetseite, auf der alle Beiträge veröffentlichen können und sich an der Gestaltung der nächsten Ausgabe beteiligen können.
An der Braunschweiger Regionalzeitung können Menschen aus den unterschiedlichen schon laufenden Projekten mitarbeiten und so in direkten Austausch miteinander treten. Außerdem kann die Zeitung für Debatten über regionale Themen genutzt werden. Eine Veranstaltungsrubrik bewirbt die nächsten Veranstaltungen der verschiedenen AkteurInnen in Braunschweig.
grünes blatt
Das grüne blatt ist eine Zeitung für 'Umweltschutz von unten'. Die Zeitung wird von einem Netzwerk von Umwelt-, Polit- und MedienaktivistInnen aus dem Bundesgebiet und darüber hinaus gemacht. Dabei behandelt das grüne blatt nicht nur Umweltthemen, sondern befasst sich auch mit einer Vielzahl weiterer politischer, kultureller und sonstiger Themen.
In Braunschweig soll eine weitere Redaktion entstehen, in der Aktive Beiträge erarbeiten und an der Produktion der Zeitung mitwirken können.
Bibliothek
Eine Bibliothek mit allerhand Literatur soll Bestandteil des Projekthauses sein. Hier gibt es gemütliche Leseecken, Arbeitsplätze mit Computern und Kopiermöglichkeiten. Die Bibliothek kann ständig mit Spenden erweitert werden.
Auch gibt es Archive für Broschüren-, Flugblätter-, Akten, als auch Video- und Audiomaterial wie VHS- und Tonbandkassetten, DVDs, CDs und bei Vorhandensein auch Schallplatten.
ökologisches Haus
Das Löwenzahn-Projekthaus soll mit umweltverträglichen Baumaterialien ökologisch saniert werden und als Beispiel für ökologisches Bauen dienen. Mit Texten zu ökologischen Baustoffen, sowie der Nutzung regenerativer Energien und Regenwasser, die ausstellungsartig durch das Haus führen.
Manchmal werden beim Hausbau billige Hölzer aus Raubbau eingesetzt. Eine Garantie für die Berücksichtigung der Umwelt in der Forstwirtschaft ist die Verwendung gekennzeichneten Holzes. Hier gibt es beispielsweise das FSC- oder Naturland-Ökowald-Label.
Gern wird im konventionellen Bau PVC zur Anwendung gebracht. Es ist billig und elastisch. Jedoch birgt seine Herstellung ökologische und gesundheitliche Gefahren und im Falle von Bränden werden hochgiftige Dämpfe freigesetzt. Auch im Bereich der Kunststoffe gibt es etliche unproblematischere Rohstoffe.
Für Toilettenspülung und Wäschewaschen, sowie alle anderen Nicht- Trinkwasser-Anwendungen kommt eine Regenwasser-Brauchanlage zum Einsatz. Einen Grundstock für die Warmwasser- bzw. Heizenergie-Versorgung bilden die Solarkollektoren. Nur bei besonders ungünstigen Wetterbedingungen muss ein zusätzlicher Brennwertkessel aktiv werden. Denkbar ist auch der Einsatz von Wärmepumpen zur Beheizung. Und ein Teil des verbrauchten Stroms soll von Photovoltaik-Anlagen aus der Energie der Sonne und durch kleine Windräder auf dem Dach erzeugt werden.
Ökogarten (Permakultur)
Es sollen verschiedene Lebensmittel für den Eigenbedarf angebaut werden. Eine Wildblumenwiesen könnte für Wohlfühl-Atmosphäre sorgen.
Denkbar sind auch die Einrichtung eines kleinen Gewächshaus, um ganzjährig Gemüse anzubauen. Für die Kultivierung des Bodens wollen wir Gartenabfälle und besetimmte Küchenreste umliegender Haushalte kompostieren und so die Bodenqualität steigern. Statt gepflasterten Wegen wollen wir diese mit natürlichen Materialien auslegen, beispielsweise mit Rindenmulch. Es ist aber auch denkbar, dass diese einfach unbearbeitet bleiben und mit Moosen und Gras bewachsen.
Vokü-/Veranstaltungsraum
Volxküche (Vokü) ist Essen zum selbstkosten-Preis oder billiger (von 50 Cent bis 1,50 €), damit es sich jeder Mensch leisten kann.
Die Volxsküche ist ein regelmäßiger Treffpunkt zum gemeinsamen Kochen und Essen, für Schnibbel-Diskussionsrunden und Infoveranstaltungen. Hier können sich Leute aus der Nachbarschaft und ganz Braunschweig treffen.
Die Küche steht jedoch auch außerhalb von Voküterminen offen für Menschen, die einfach nur Kochen wollen. Nach Möglichkeit soll dabei immer für mehrere und mit mehreren gekocht werden. Hierzu könnte es auch Kochkurse oder freiwillige Kochpläne geben, die zum Kochen animieren, damit nicht immer nur einzelne Kochen und andere nur konsumieren.
Seminarbereiche
Es soll Extra-Seminarbereiche mit Gruppenräumen, 'Open Space'- (Kleingruppen-) Ecken, Schlafräumen, Küche und Bädern, sowie einem großen Vortragssaal geben,
die von Gruppen für Veranstaltungen genutzt werden können.
[evtl. noch was von Falk?]
Kleinkunstbühne / Stadtteilkino
Als weiteres Projekt soll ein Mehrzweckraum so eingerichtet werden, dass er als Veranstaltungsraum für Theatergruppen, Livebands und als Kino dienen kann. Der Raum benötigt neben einer technischen Ausrüstung auch eine Bühne und eine ausreichende Größe für das Publikum.
Gerade für Jugendliche und ältere Mitbürger, ist es sehr attraktiv direkt vor Ort als Theatergruppe oder Band aufzutreten oder solche Veranstaltungen zu besuchen.
Die Möglichkeit als Stadtteilkino anspruchsvolle und kritische Filme oder sogar eigene Stücke zu zeigen, bedeuten eine Bereicherung für den Stadtteil. Dies würde sicherlich auch das Wohnen in der näheren Umgebung attraktiver machen.
Werkstätten
Die Werkstätten sollen offen für alle sein und barrierefrei gestaltet werden, um auch z.B. von kleinen Menschen genutzt werden zu können. Die NutzerInnen der Werkstatt sind dafür verantwortlich, sorgsam mit vorhandenem Material umgzuehen und neue Materialien zu organisieren.
Literatur und Anleitungen sollten vorhanden sein, um sich selbst praktische und theoretische Fähigkeiten aneignen zu können. Darüber hinaus sollen auch spezielle Kurse angeboten werden.
In einer Holzwerkstatt mit Werkbänken und Holzwerkzeug soll die Möglichkeit bestehen, Möbel, Spielzeug und anderes zu reparieren und selbst zu bauen. Auch ist eine Holzwerkstatt sehr nützlich für anfallende Tätigkeiten, um das Haus auszubauen und in Schuss zu halten. In Workshops sollen Fähigkeiten vermittelt werden, selbst Holzspielzeug und ökologische Möbel zu bauen oder Fensterisolierungen selbst vorzunehmen.
Die Elektrowerkstatt soll zur Reparatur von Geräten und zum Bau und Experimentieren von eigenen Geräten genutzt werden.
Bei Interesse kann auch eine Metallwerkstatt mit Werkzeug und Werkbank für Metallbearbeitung eingerichtet werden, eventuell auch eine Schweißkammer und Arbeitsplätze zum Löten.
In der Fahrradwerkstatt sind Werkzeuge und Literatur vorhanden, um
einfache und knifflige Reparaturen selbst zu machen und so nicht mehr
abhängig von kostenpflichtigen Fahrradwerkstätten zu sein.
Nicht mehr gebrauchte Fahrräder und Fahrradteile aus privaten Spenden bilden die Grundlage des Ersatzteillagers. Aber auch über Seminare kann Geld für Teile und Werkzeug organisiert werden.
Es können regelmäßige Veranstaltungen rund ums Thema Radfahren
angeboten werden wie z.B. Grundlagenseminare, Reparaturkurse und
Anleitungen zum Bau von Lastenfahrrädern und Anhängern. Der Kontakt für
eine Kooperation mit der Fahrrad & Verkehrs AG der Uni besteht
bereits. Um die umweltverträgliche Fortbewegung zu stärken soll in einem Projekt auf die Vorzüge von Öffentlichen und abgasfreien Verkehrsmitteln hingewiesen werden.
Eine Aktionswerkstatt mit vielen Materialen für kreative Aktionen, mit einem Raum, der Platz bietet, um Banner zu malen, Kostüme zu basteln und mehr. Ein Lager mit Stoffen, Farben und Kostümen ist ideal, um Kindern, Jugendlichen aber auch allen anderen Möglichkeiten und Anreize zu kreativ selbstgestalter Freizeit und künstlerischer Gestaltung zu bieten.
Kleidung und andere Stoffprodukte können in der Näh- und Stoffwerkstatt repariert und aus Stoffresten oder anderen Anziehsachen selbst genäht werden. Hier ist auch ein Austausch mit dem nahe gelegenen Umsonstladen[4] möglich.
Mittels Direktrecycling aus sonst entsorgten Materialien sollen in der Recyclingwerkstatt nützlichen Gegenstände wie Sitzmöbel, Regale oder Tische für den Alltag hergestellt werden.
Die Musikwerkstatt, ein Raum mit Computer, Schnitttechnik und
Geräten zur Tonbearbeitung und Musikherstellung, bietet die Möglichkeit,
sich selbst an der Produktion von Musik oder eigenen Radiobeiträgen zu
versuchen, die dann auf öffentlichen Kanälen wie [Radio Okerwelle]
gesendet werden können.
In einem extra Musikraum können diese und andere Produktionen dann genossen werden. Es wäre auch möglich, Instrumente dort aufzubewähren und bei Bedarf
Proberäume einzurichten.
Eine Fotowerkstatt mit Dunkelkammer lässt fast antiquierte Möglichkeiten der Photoproduktion aufleben. In Workshops sollen Kniffe und Tricks bei der Foto- und Filmentwicklung und verschidenen Gestaltungsmethoden weitergegeben werden.
Projektkosten
Die Finanzierung der Pojekte erfolgt durch Spenden und Fördermittel. Überschüsse einzelner Projekte fließen an andere zurück, die sich ansonsten selbst tragen. Die laufenden Kosten könnten zum Teil über Projekte und Seminare, die im Haus laufen finanziert werden.
Als Eigenanteile für Projektanträge können oft auch Eigenleistungen beim Hausbau, Reparaturen und Organisation, Durchführung von Projekten und Veranstaltungen angesetzt werden. Desweiteren wird versucht, Spenden bei Privatpersonen und Organisationen für das Projekt zu erhalten. Jedes Projekt im Haus wird als eigenständig betrachtet.
Hier kann zwischen einmaligen Projekten unterschieden, die nur für einen abgeschlossenen Zeitraum Förderung erhalten (das wird die Regel sein), und denen, die dauerhafte Zuschüsse erzielen (selten möglich). Die Unterscheidung ist sinnvoll, da diese beiden Varianten sehr unterschiedliche Kalkulationen erlauben.
Zu einem großen Teil wird eine klare Zuordnung der Kosten zu einzelnen Projekten nicht möglich sein. Häufig werden einzelne Projekte gerade etwas mehr Einnahmen als nötig haben und andere weniger. Daher sollten Ressourcen und Finanzierungs- bzw. Selbstorganisationsmöglichkeiten gegenseitig zur Verfügung gestellt werden. Insofern muss nicht unbedingt jedes Projekt genau die Aufwendungen tragen, die es verursacht, solange dies insgesamt gelingt.
Ob ein Projekt hier im Haus stattfinden kann, soll nicht vom Geld abhängig sein. Auch wenn keine Beiträge zu den Grundkosten des Hauses gezahlt werden, ist die Raumnutzung möglich. Natürlich können auch die Ressourcen der anderen Projekte mitgenutzt werden. Damit die Projekte insgesamt funktionieren, sollte im Auge behalten werden, dass es Kosten und Arbeiten gibt, die irgendwie getragen werden müssen. Die Auseinandersetzung darüber wird zwischen den NutzerInnen möglichst gleichberechtigt geführt.
Ein neues Projekt soll so angelegt werden, dass es keine zusätzlichen Verbindlichkeiten für andere produziert, die das nicht wollen. D.h. wenn die ProjektmacherInnen sich verkalkulieren, soll das nicht auf andere Projekte im Haus zurückfallen.

